Kinderrechte
Da Kinder nicht so stark sind wie Erwachsene und sich auch nicht so gut wehren können, wenn ihnen Unrecht geschieht, brauchen sie besonderen Schutz.
Am 20. November 1989 haben 191 Staaten der UNO die Kinderrechtskonvention unterschrieben. Darin sind die Rechte der Kinder zusammengefasst. Die Staaten haben sich verpflichtet, die Rechte der Kinder zu achten, weil dies eine wichtige Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben der Menschen ist.
Obwohl sich fast alle Staaten dazu verpflichtet haben, die Rechte von Kindern und Jugendlichen anzuerkennen und umzusetzen, ist die Realität für Millionen Kinder und Jugendliche oft eine ganz andere – auch bei uns in Deutschland.
Dass Kinder und Jugendliche ihre Rechte kennen, dafür macht sich der Kinderschutzbund ebenso stark wie dafür, dass Eltern und Erwachsene die Rechte der Kinder achten.
Recht auf Gesundheit
Jedes Kind hat das Recht, gesund zu leben. Dazu gehören eine gesunde Ernährung, ärztliche Hilfe, sauberes Trinkwasser, wetterentsprechende Kleidung, Bewegung und viele weitere Aspekte. Erwachsene erklären Kindern, wie man Krankheiten und Unfälle vermeiden kann. Sie unterstützen Kinder in einem gesunden Lebensstil.
Alle Kinder haben das Recht auf Gesundheit und Geborgenheit.
Recht auf Bildung
Bildung ist wichtig, um ein gutes Leben zu führen. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder kostenlos in die Schule gehen können. So haben alle Kinder die Möglichkeit, etwas lernen zu können, unabhängig davon, wie viel Geld ihre Eltern haben. Auch die Ausbildung oder ein Studium sind in diesem Recht eingeschlossen. Jedes Kind hat das Recht, in seinen individuellen Fähigkeiten gefördert zu werden. Dazu gehört auch, dass Kinder die Möglichkeit haben, neue Hobbys und Interessen zu entdecken.
Alle Kinder haben das Recht auf Bildung.
Recht auf Schutz vor Gewalt
Ein Kind darf niemals verletzt, eingesperrt oder misshandelt werden. Niemand darf ihm Angst machen oder es zu etwas zwingen, was es nicht möchte. Niemand darf ein Kind anfassen oder küssen, wenn es das nicht möchte. Erwachsene müssen Kindern helfen, wenn sie solche Taten bemerken.
Wenn Kinder Gewalt erfahren, haben sie das Recht auf Hilfe. Kinder, die bereits Gewalt erlebt haben, müssen besonders geschützt werden.
Gewalt gibt es auch ohne Körpereinsatz. Die verbale, also gesprochene Gewalt, wird häufig unterschätzt. Ständige Beleidigungen, Erniedrigungen und Anschreien können schlimme Folgen haben und Kinder, die so etwas in ihrer Kindheit erlebt haben, leiden oft ein ganzes Leben darunter.
Auch Mobbing oder das bewusste Ausgrenzen von Kindern ist eine Form von Gewalt und verursacht seelische Schäden.
Alle Kinder haben das Recht auf Schutz vor Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung.
Recht auf Beteiligung
Erwachsene sollen die Meinung der Kinder bei allen Entscheidungen, die sie betreffen, berücksichtigen. Denn Kinder haben das Recht, ihre Meinung zu sagen und mitzubestimmen. Sie dürfen Gedanken, Wünsche und Bedürfnisse frei äußern. Und sie dürfen nicht schlecht behandelt werden, wenn sie es tun. Eine eigene Meinung zu haben ist wichtig! Sie mitzuteilen sollte jedoch immer mit Respekt und Toleranz geschehen, damit niemand direkt oder indirekt geschadet wird.
Kinder haben das Recht auf Meinungsfreiheit und Mitbestimmung.
Recht auf elterliche Fürsorge
Eltern sind für Kinder meistens die wichtigsten Menschen. Deshalb haben Kinder immer das Recht auf beide Elternteile; auch wenn diese getrennt leben!
Meist sind es auch die Eltern, denen Kinder am meisten vertrauen und sich anvertrauen können. Eltern oder andere nahestehende Personen sollen Kindern helfen und sie immer unterstützen, sich um sie kümmern und für sie da sein. Sie sollen Zuneigung schenken und das Gefühl geben, sich wohlzufühlen und willkommen zu sein.
Eltern haben die Pflicht, Kindern ein gewaltfreies Aufwachsen zu ermöglichen.
Alle Kinder haben das Recht auf elterliche Fürsorge und gewaltfreies Aufwachsen.
Recht auf Fürsorge bei Behinderung
Kinder mit einer Behinderung haben das Recht, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Oft gibt es Barrieren für Kinder mit einer Behinderung. Deshalb wird es ihnen schwerer gemacht ein normales Leben zu führen. Sie haben ein Recht in die Schule zu gehen und ihre Freizeit zu gestalten. Dafür sollen ihre Selbständigkeit und ihre Fähigkeiten besonders gefördert werden.
Alle Kinder haben das Recht auf Hilfe und Unterstützung, damit sie sich so gut wie möglich entwickeln können.
Recht auf Gleichheit
Egal welche Sprache ein Kind spricht, welche Kleidung es trägt oder ob es eine Behinderung hat. Egal aus welchem Land ein Kind kommt, welche Religion oder Hautfarbe es hat, welches Geschlecht es hat oder in welcher Familienart es lebt; alle Kinder sind wertvoll und haben die gleichen Rechte!
Kinder dürfen nicht aufgrund ihrer Zugehörigkeit oder ihrer Meinung benachteiligt werden.
Alle Kinder haben die gleichen Rechte. Niemand darf benachteiligt werden!
Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung
Spielen und eine selbstbestimmte Freizeitgestaltung sind das Recht jedes Kindes. Dies schließt Erholung genauso ein wie individuelle Talente auszuleben. Talente können sehr unterschiedlich sein: Malen, Fußball spielen, singen oder musizieren, tanzen, turnen, basteln…
Damit Kinder und Jugendliche ihren Interessen nachgehen können, sollen Freizeitmöglichkeiten wie Sportvereine, Musik- und Kunstschulen in der Nähe sein, damit alle Kinder daran teilnehmen können. Auch braucht es Orte, die für alle Kinder zugänglich sind und keinen Eintritt kosten, wie z.B. Spielplätze.
Alle Kinder haben das Recht auf Spiel und Freizeit.
Recht auf Schutz vor Krieg
In vielen Ländern auf dieser Welt herrscht Krieg. Im Krieg müssen Kinder ganz besonders geschützt werden. Oft müssen Kinder und ihre Familien aus ihrer Heimat flüchten. Das bedeutet, dass sie alles zurücklassen müssen: ihr Zuhause, ihre Freunde, ihre Familie, ihre Spielsachen und ihre Heimat.
Geflüchtete Kinder haben das Recht auf besondere Hilfe und Unterstützung in dem Land, das sie aufgenommen hat.
Alle Kinder haben das Recht auf Schutz bei Krieg und Flucht.


